Rezension zum Buch Mein Tanz mit der Demenz www.veedelspflege.de

Mein Tanz mit der Demenz. Trotzdem positiv leben. Buchvorstellung und Rezension.

Die Zahlen an Demenzerkrankungen nehmen in Deutschland stetig zu und es gibt wohl nur wenige Erkrankungen, mit denen so viel Leid und Angst verbunden sind, wie mit der Diagnose Demenz. Nur die wenigsten wissen, dass es enorm viele Abstufungen innerhalb dieses Krankheitsbildes gibt und man trotz Demenz positiv leben kann. Christine Bryden beschreibt jedoch genau das in ihrem autobiografischen Buch „Mein Tanz mit der Demenz“ sehr eindrucksvoll. Ein lesenswertes Buch für Betroffene, Angehörige und alle, die mit Demenzkranken arbeiten.

Christine Bryden: Mein Tanz mit der Demenz. Trotzdem positiv leben. 256 Seiten. ISBN 978-3-456-84945-4. 24,95 Euro. Verlag Hans Huber, Bern 2011.

Die Autorin

Christine Bryden ist selbst Betroffene und wird mit ihrer Diagnose Demenz im Alter von 46 Jahren konfrontiert. Statt sich von der Erkrankung beherrschen zu lassen, stellt sie sich dieser mutig entgegen und kämpft um ein aktives und autonomes Leben. Mit den Jahren wird sie zur führenden Demenz Aktivistin und zu einer der treibenden Kräfte in der Demenz Selbsthilfebewegung. Ihr zweites Buch „Mein Tanz mit der Demenz. Trotzdem positiv leben„ beschreibt eindrucksvoll, emotional und ohne Verklärung ihren ganz persönlichen „Tanz auf dem Vulkan“. Denn so beschreibt sie selbst den Umgang mit dieser heimtückischen Erkrankung.

Gegen alle niederschmetternden Diagnosen schlägt Christine Bryden über Jahrzehnte hinweg einen überwiegend positiven Umgang mit der Erkrankung ein. Sie zeigt auf, wie das Leben trotz Demenz weiterhin aktiv und lebensbejahend gestaltet werden kann.

Ärztliche Prognosen nimmt sie gelassen. Dennoch weiß sie, dass manche Ratschläge auf Erfahrungswerten beruhen und damit durchaus ihre Berechtigung haben. Dabei vermittelt sie allen Interessierten, wie bedarfsgerechte Hilfe für Betroffene aussehen kann und wie man Menschen mit Demenz begegnen kann.

Christine Bryden ist mittlerweile vierfache Großmutter und lebt wie sie es selbst beschreibt ein vielfältig erfülltes Leben. Ihr Lebensmotto lautet: „Lebe jeden Tag als sei es Dein Letzter und genieße jeden Augenblick in vollen Zügen!

Aufbau … und ausgewählte Inhalte des Buches

Das Buch gliedert sich in vier Teile und beschreibt das Leben von Christine Bryden nach der Diagnose Demenz.

Teil eins, „Eine Reise mit Höhen und Tiefen seit Anfang 1998“, beschreibt die ersten Jahre nach der Diagnosestellung. Die durchlebten Höhen und Tiefen, die Phasen des Verdrängens und Begreifens und die Phasen der Neuausrichtung, hin zu einem lebbaren Leben mit der Diagnose Demenz.

Teil zwei, „Die Demenz öffentlich machen“, befasst sich mit einem sehr wichtigen und mutigen Schritt in Richtung zu mehr Gesundheit, Lebensglück und Lebensqualität. Es geht um das Öffentlichmachen der Erkrankung. Gleichermaßen damit aber auch um den Umgang mit Vorurteilen, Ängsten und möglicherweise auch Zurückweisungen. Die Autorin beschreibt in diesem Teil die alltäglichen Widrigkeiten neben der Erkrankung. Dabei zeigt sie nachvollziehbare Wege auf, mit diesen umzugehen, sie mit Humor zu nehmen und ihnen ihre negativen Kräfte zu berauben.

Teil drei, „Leben mit Demenz“, beschreibt die medizinische Seite der Demenz. Die Diagnosestellung, die Ärzteodyssee, den Umgang mit den eigenen Gefühlen und die schmerzhafte Wahrnehmung der eigenen Einschränkungen. Ein Plädoyer für mehr Geduld im Umgang mit Demenzerkrankten und ein Plädoyer an die eigene Geduld der Betroffenen. Aber auch eine Art Leitfaden für Angehörige, Freunde und professionelle Helfer im Umgang mit demenzkranken Menschen.

Teil vier, „Ich weiß, wer ich sein werde, wenn ich sterbe“, beschäftigt sich im weitesten Sinne mit der Bewältigung. Es geht um die Wieder-Hinwendung zum Leben. Hier findet die Autorin Antworten zu ihrem ersten Buch, in dem sie sich gefragt hat, wer sie sein wird, wenn sie stirbt. Christine Bryden beschreibt die Identitätskrise, die wohl unweigerlich mit dieser Diagnose einhergeht. Doch anstatt in dieser Krise stecken zu bleiben, wendet sie sich sinnstiftend ihrem neuen Weg zu, in Richtung Bewältigung, Anerkennung und schließlich dem Finden neuer Lebenseinsichten und –perspektiven.

Das Buch wird komplettiert durch einen Anhang, in dem die häufigsten Fragen rund um das Thema Demenz beantwortet und viele weiterführende Literaturvorschläge gemacht werden.

Tauglichkeit für potenzielle Leser

Das Buch, „Mein Tanz mit der Demenz. Trotzdem positiv leben.“, von Christine Bryden ist im Grunde für jeden empfehlenswert. Es berührt, es klärt auf, es informiert auf eine sachliche und informative Art und Weise und es ist ein nachhaltiges Nachschlagewerk zum Thema Demenz.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch

Euer Sascha Heyna von der Veedelspflege,

dem Ambulanten Pflegedienst für Köln!

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