Altersarmut ist ein wichtiges Thema innerhalb der Ambulanten Pflege

Altersarmut betrifft uns alle! Auch in Köln werden die Zahlen zu den teilweise äußerst prekären finanziellen Situationen von alten Menschen immer alarmierender. Als Ambulanter Pflegedienst erleben wir Tag für Tag die Auswirkungen von Altersarmut hautnah mit. Grund genug für uns, dieses wichtige Thema offen anzusprechen. Denn gerade beim Thema Altersarmut möchten wir unsere Senioren in Köln nicht im Stich lassen. Wir zeigen praktische Hilfsangebote auf und stellen unbegründeten Hemmschwellen sachliche Informationen entgegen.

Altersarmut in Köln – Fakten

Vor wenigen Tagen noch war im Kölner Stadtanzeiger, in einem Bericht zur Altersarmut zu lesen, dass auch bei Kölner Senioren die Rente immer öfter das Existenzminimum nicht erreicht. Laut Süddeutscher Zeitung ist sogar davon auszugehen, dass mittlerweile fast jeder fünfte Mensch, der in einem Rentnerhaushalt lebt, arm ist. Ganz praktisch bedeutet das, mit einem Budget auskommen zu müssen, das unterhalb der Armutsgrenze liegt. Die Lebenssituation der betroffenen Rentner sieht traurig und trostlos aus, da das vorhandene Budget oftmals nicht ausreicht, um aktiv am Leben teilzuhaben. Und so verwundert es fast nicht, dass die Zeit  das Thema Altersarmut mit dem provokanten Ratschlag zuspitzt: „Bloß nicht zu alt werden“ (Ausgabe 7, 2019).

Sollten wir tatsächlich an einen Punkt gekommen sein, an dem wir den medizinischen Fortschritt und die besseren Arbeits- und Lebensbedingungen verfluchen, weil wir das Ergebnis, nämlich die daraus resultierende längere Lebenserwartung nicht mehr managen können? Das kann und darf nicht sein! Aber sicherlich eine gute Frage, deren Beantwortung uns alle betrifft. Denn Altersarmut ist ein Thema, das nur gesamtgesellschaftlich zu lösen ist. Jeder Einzelne kann und wird etwas dazu beitragen müssen. Nicht zuletzt auch wir als Ambulanter Pflegedienst, der sich tagein tagaus mit den Auswirkungen konfrontiert sieht.

Altersarmut in Köln ist für uns in der Seniorenbetreuung ein Thema, dem wir aktiv begegnen möchten. Und da wir an den ganz großen Schrauben kurzfristig nichts drehen können, fangen wir eben mit den kleinen an. Ganz pragmatisch haben wir uns auf die Suche nach Lösungen und Hilfen in Köln gemacht und sind fündig geworden. Einige davon haben wir bereits gemeinsam mit den von uns betreuten Senioren ausprobiert und sind begeistert, wie gut diese funktionieren, wenn die ersten (vollkommen unbegründeten) Berührungsängste überwunden sind.

Alte Menschen gehören in die Mitte unserer Gesellschaft, nicht an den Rand!

Eigentlich ist es ganz einfach und in der Tierwelt können wir es wunderbar beobachten. Herden, die sich ausruhen oder die sich bedroht fühlen positionieren schutzbedürftige Mitglieder instinktiv in ihrer Mitte. Die ganze Herde ist an dieser Form der Fürsorge beteiligt. Warum nur neigen wir Menschen immer wieder dazu, unsere Schutzbedürftigen an den Rand unserer Gesellschaften zu drängen? Auch der Demografische Wandel wird uns letztlich nicht aus der ethischen Verpflichtung entlassen können, den alten Menschen unserer Gesellschaft die Möglichkeit zu schaffen, in unserem inneren Zirkel zu bleiben. Ebenso wenig wie dafür Sorge zu tragen, dass diese alles bekommen, was sie zu einem glücklichen Leben brauchen. Denn was für eine Gesellschaft wären wir, wenn ausgewogene Ernährung, medizinische Versorgung, vor allem aber ein würdevolles Leben durch soziale Integration und Teilhabe eine Frage des Alters wäre?

Praktische Hilfen gegen Altersarmut in Köln

Manchmal sind es tatsächlich schon die grundlegenden Dinge, die aus der finanziellen Not heraus begrenzt werden. Das fängt nicht selten bereits bei der Möglichkeit an, sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Als Ambulanter Pflegedienst betrachten wir das als eine große Herausforderung. Für viele Senioren ist der finanzielle Rahmen einfach derart eng ist, dass die Ernährung eher als einseitig und vitaminarm, als gesund, ausgewogen und abwechslungsreich ist.

Doch das muss nicht sein, denn in Köln gibt es mittlerweile ein Vielzahl von Anlaufstellen und Aktionen, die beim Punkt Ernährung ansetzen und Abhilfe schaffe können:

Altersarmut in Köln – auch mit wenig Geld gesund essen

Die Kölner Tafel

Die Kölner Tafel sammelt gute aber überschüssige Lebensmittel und gibt diese an bedürftige Menschen weiter. Die Ausgabestellen für die Lebensmittel verteilen sich über das ganze Kölner Stadtgebiet. Zu unterschiedlichen Öffnungszeiten können hier von den Senioren Lebensmittel für den eigenen Bedarf abgeholt werden. Vorzulegen sind lediglich der Personalausweis, als Beleg, dass man tatsächlich in dem entsprechenden Stadtteil wohnt und ein Berechtigungsnachweis. Anerkannt werden der Köln-Pass, Nachweise über den Erhalt von Leistungen zur Grundsicherung, ein Rentennachweis oder vergleichbare Dokumente.

Die Abgabestellen in den Kölner Veedeln findet Ihr hier. Und wenn Ihr möchtet, begleitet Euch die Seniorenbetreuung der Veedelspflege natürlich gerne zu Eurer Abgabestelle. Manchmal kann man so auch einfach die erste Hemmschwelle leichter überwinden.

Too good to go

Zugegeben, für die „Too good to go“ Aktion muss man schon ein wenig Technik affin sein. Um hier mitmachen zu können, benötigt man ein Smartphone und die „Too good to go“ App. Aber auch das lässt sich mit einem Angehörigen oder einem Mitarbeiter der Seniorenbetreuung Köln in der Regel gut lösen.

Bei „Too good to go“ geht es um Lebensmittelrettung. Supermärkte, Cafés und Hotels nehmen an dieser Aktion teil und bieten hier Lebensmittel oder auch fertige Mahlzeiten für kleines Geld an. Diese Lebensmittel wurden unter Umständen zu viel eingekauft und müssten ansonsten entsorgt werden. Die Lebensmittelrettung ist daher eine Aktion, die beiden Seiten hilft. Klickt Euch einfach mal rein und probiert es aus.

Obstkäppchen

Eine weitere tolle Aktion gegen Altersarmut in Köln ist die Obstkäppchen Aktion. Hierbei handelt es sich um ein Kölner Start-up-Unternehmen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, aktiv gegen Altersarmut tätig zu werden. Mithilfe von Spenden und Unterstützern werden hierbei Senioren einmal im Monat mit Obsttüten beliefert. Eine tolle Sache, die Ihr Euch unbedingt mal anschauen solltet.

Foodsharing

Wieder völlig kostenfrei arbeitet die Foodsharing Bewegung. Hierbei geht es ums Teilen und um Solidarität innerhalb unserer Gesellschaft. Eigentlich Werte, die bei uns Kölnern ja grundsätzlich groß geschrieben werden! Das Motto lautet: „Lebensmittel teilen, statt wegzuwerfen“. Hierzu gibt es verschiedene „Fairteilerstellen“ im Kölner Stadtgebiet und viele Privatpersonen, die Lebensmittel auf der Plattform von Foodsharing teilen. Schaut Euch die Seite einfach mal an, vielleicht ist das ja etwas für Euch.

Haben wir eine Aktion oder eine helfende Institution vergessen, die sich dem Thema Altersarmut in Köln widmet? Falls ja, sind wir für jeden Hinweis dankbar und vernetzen diese gerne hier an dieser Stelle mit! Schreibt uns in diesem Falle einfach eine kurze Nachricht oder den entsprechenden Namen in die Kommentarfunktion!

Für die nächste Woche haben wir bereits ebenso wichtige Angebote zum Thema sozialer Teilhabe und Integration im Alter vorbereitet. Schaut also gerne wieder vorbei und informiert Euch über kostenfreie Aktionen in Köln.

Bis dahin wünschen wir Euch eine tolle Zeit und schicken Euch sonnige Grüße

Euer Sascha Heyna von der Veedelspflege,

der Ambulante Pflegedienst für Köln!

Weitere interessante Artikel findet Ihr übrigens hier:

Auch im Alter gesund und fit in den Frühling starten

Gedächtnistraining für Senioren, Rezension und Buchtipp

Den Tagen mehr Leben geben. Was heisst das für die Altenpflege?

Aktuell keine Kommentare

Kommentar abschicken